Gott spricht: Ich will dich mit meinen Augen leiten. Psalm32.8
 

Denkanstoß zu Ostern

Einer für alle !

Vielleicht liegt es ja daran, dass einer meiner Vor­fahren Muske­tier auf der Burg Ho­hen­zol­lern war. Auf jeden Fall hatte ich schon immer ein Faible die „Die drei Muske­tiere“, „Einer für alle, alle für einen“, der Schlacht­ruf dieser letzt­lich vier über­müti­gen, ver­we­genen Kämpfer für das Recht und die Ehre be­geis­tert mich.

Durch den berühmten Roman von Alexandre Dumas wurde das alte Motto wieder bekannt. Ab den 1830er Jahren ver­brei­tete sich die Aus­sage zu einem in­offi­ziellen Wahl­spruch der Schwei­zerischen Eid­genos­sen­schaft. Der Aus­spruch steht in Latein hoch er­ha­ben über den Köp­fen der Schweizer Regie­rung im Bun­des­haus in Bern: „Unus pro omnium, omnes pro uno – Einer für alle, alle für einen“.

Der Anfang dieses Leit­spruchs ist wie die Zu­sam­men­fas­sung des­sen, was am ers­ten Kar­frei­tag vor den Toren Jeru­salems geschah, „Einer für alle“ – Einer trägt die Schuld für alle Men­schen auf der gan­zen Welt. Einer stirbt in der Gott­ver­las­sen­heit für alle. Einer be­zahlt mit sei­nem Leben für alle und alles. Und dieser Eine ist nicht ir­gend­einer, son­dern der Sohn des leben­digen Gottes: Jesus Christus.

„Alle für einen“ – die zweite Hälfte des Mottos hat sich im irdi­schen Leben Jesu nicht erfüllt. Zwar sind Tau­sende begeis­tert von ihm, als er sie durch ein Brot­wun­der satt macht. Und Men­schen­mas­sen jubeln ihm zu, als er auf einem Esel in Jeru­salem ein­zieht. Kurz darauf schlägt die Stim­mung al­ler­dings radi­kal um. Die Masse schreit nicht mehr „Hosianna“, sondern „Kreuzige ihn“. Und als es brenz­lich wird, wird er von allen ver­las­sen. Selbst seine eng­sten Freun­de haben ihn im Stich ge­las­sen. Er wird ge­geißelt und ge­kreu­zigt, ob­wohl sein Richter mehr­mals betont: „Ich finde keine Schuld an ihm“.

Einer der letzten Seufzer Jesu, bevor er qual­voll am Kreuz stirbt, gilt sei­nen Fein­den: „Vater ver­gib ihnen, denn sie wis­sen nicht was sie tun“ – betet er. Einer für alle·!

Nur gut, dass mit dem Tod die Jesus­ge­schich­te nicht zu Ende ist. Es geht nicht um ein berüh­ren­des Ende, son­dern um die Mög­lich­keit zu einem neuen An­fang. Der Tod konnte Jesus nicht fest­hal­ten. Er ist auf­erstan­den und lebt. Und ver­spricht jedem, der ihm sein Leben anver­traut, Leben mit dem Prädikat ewig.


Ihr/Euer Ernst Günter Wenzler